Plenary Lecture 5: “Das Qualifikationsprinzip und die Rituale des Überlebens”

May 3rd 2014, 09:30 – 10:15

Leben ist Qualifikation. Und das gilt nicht nur im körperlichen Bereich adaptativer Anpassung an eine stets Widerstände und Schwierigkeiten bereitende Umwelt, sondern auch und vor allem in den sozialen und kommunikativen Kontexten sinngebender Begegnungen des verbalen Verhaltens. Anders als bei den körperlichen Anpassungen an eine natürliche Umwelt, werden aber die Qualifikationskontexte zwischenmenschlicher Kommunikation der sozio-kulturellen Lebenswelt durch eben diese Kommunikation selbst erzeugt.

Verbales Verhalten ist in dem Sinne also Ursache wie Lösung eines Qualifikationsdrucks, der auf den Kommunikationspartnern lastet und dem sie erfolgreich zu begegnen versuchen. Dabei kommt es häufig zu regelrechten Qualifikationsspielen oder -ritualen, bei denen die Kommunikationspartner der Normalität und Banalität des Alltags ein wenig eine ironisierende und dramatisierende Würze zu geben versuchen, um sich damit und dadurch als erfolgreiche Mitbewerber in den Kommentkämpfen dieses immerwährenden Spiels des Lebens zu bewähren. Drei Beispiele sollen diese These verdeutlichen.

Svend F. Sager, Universität Hamburg

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